Anatomie der Zähne
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Zähne heissen lateinisch Dentes; der Zahn = Dens ; dentis = des Zahnes; dental = den Zahn betreffend. Die griechische Bezeichnung für Zahn lautet Odons; Odontes = die Zähne. Zähne sind Hartgebilde in der Mundhöhle, die als modifizierte Teile des Hautskeletts in ihrer Gesamtheit das Gebiss bilden. Sie sind aus den einfachen Hautzähnen vorzeitlicher Fische entstanden. Im Verlauf der Evolution verschmolzen die Schuppenzähne zu Hartgebilden mit basaler Knochenmasse, Dentinkrone und innerer Pulpahöhle. Mit den Zähnen wird Nahrung ergriffen, zerkleinert und zermahlen. Sie haben sich bei den Wirbeltieren und beim Menschen nach dem Form-Funktionsprinzip entwickelt. Beim Menschen kommen als Funktionen noch die Lautbildung (insbesondere des S-Lautes) und soziale Funktionen hinzu, bei Tieren fungieren sie auch als Waffen. Jeder Zahn besteht aus der Zahnkrone (Corona dentis), dem Zahnhals (Collum dentis) und der Zahnwurzel (Radix dentis) und ist aus mehreren Schichten aufgebaut. |
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Das, was man im gesunden Gebiss äusserlich vom Zahn sieht, ist nur der Zahnschmelz, der wie eine Krone das innen liegende Zahnbein (Dentin) bedeckt. Das Dentin wiederum umschliesst das Zahnmark Pulpa. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers. Unter dem Zahnschmelz liegt das Zahnbein oder Dentin. Es stellt die Hauptmasse des Zahnes dar. Das Dentin umschliesst wiederum den inneren Teil des Zahns, Pulpa oder Zahnmark genannt, die von Blutgefässen und Nervenfasern durchzogen wird. Das Dentin ist schmerzempfindlich. Hitze-, Kälte- und Berührungsreize führen zu Flüssigkeitsbewegungen in den Dentinkanälchen (die im Bereich des Zahnhalses bis an die Oberfläche reichen können). |
Im Wurzelbereich wird das Dentin vom Zahnzement bedeckt, der dritten Zahnhartsubstanz neben dem Zahnschmelz und dem Dentin. Der Zahnzement umschliesst als dünne Schicht das Wurzeldentin, ist die äussere Hülle des Zahnes und .mauert. die Zahnwurzel im Kiefer ein. Doch hat die Verbindung zum Kieferknochen, in dem jeder Zahn in seinem Zahnfach (Alveole) aufgehängt ist, eine gewisse Elastizität. Der Zahnhalteapparat (Parodontium) ist das funktionelle Verankerungssystem des Zahnes. Er besteht aus: Zahnfleisch (Gingiva), Zahnzement (Cementum), Zahnfach (Alveole), Wurzelhaut (Periodontium). Eine Entzündung des Zahnhalteapparats wird als Parodontitis bezeichnet, eine nichtentzündliche Erkrankung als Parodontose.
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Bei den meisten Säugetieren gibt es einen einmaligen Zahnwechsel (Diphyodontie). Zunächst werden Milchzähne angelegt (lacteale Dentition), die später durch die "zweiten" oder bleibenden Zähne (permanente Dentition) ersetzt werden. Die Molaren (hintere Backenzähne) haben generell keine Milchzahnvorgänger, sie entstehen nur im bleibenden Gebiss. Beim Menschen und den meisten anderen Säugern unterscheidet man Schneidezähne (Incisivi), Eckzähne (Canini, Reisszähne), Vorbackenzähne ( Prämolaren, Vormahlzähne) und Backenzähne (Molaren, Mahlzähne). |
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Der erwachsene Mensch besitzt mit den Weisheitszähnen im Regelfall 32 Zähne: im Ober- und Unterkiefer rechts und links je 2 Backenzähne und 2 Vorbackenzähne und einen Weisheitszahn (zusammen also 20), je einen Eckzahn (zusammen 4) und je 2 Schneidezähne (zusammen 8). Das Milchgebiss (temporäres Gebiss der Kinder) besitzt hingegen nur 20 Zähne; die Zähne 6,7,8 beidseits (also die hinteren Backenzähne) fehlen, weil der Kiefer noch nicht die endgültige Grösse hat. |
Zur Vermeidung von Mißverständnissen werden die Zähne des Menschen in der Zahnheilkunde durch Zahlen eindeutig bezeichnet. Das Gebiss wird dazu in 4 Quadranten unterteilt, die als erste Ziffer der Zahnbezeichnung dienen: oben rechts = 1, oben links = 2, unten links = 3, unten rechts = 4. Die einzelnen Zähne werden dann jeweils von vorn beginnend durchnummeriert. Der rechte untere Weisheitszahn trägt somit die Bezeichnung 48 (sprich: vier-acht), während der erste obere linke Schneidezahn als 21 (sprich: zwei-eins) bezeichnet wird.
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Beim Menschen, entwickelt sich im Laufe der Entwicklung zunächst ein Milchgebiss, das beim Heranwachsen durch ein bleibendes Gebiss ersetzt wird. Bei einem Menschenkind besteht das Milchgebiss aus 20 Zähnen: dem mittleren und seitlichen Schneidezahn, dem Eckzahn, sowie dem ersten und zweiten Milchmahlzahn (zusammen fünf Zähne), jeweils rechts und links, oben und unten. |
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Trotz ihrer scheinbar festen, robusten Struktur gehören Zähne zu den Körperteilen, die je nach Krankheit und Schädigung mit das stärkste Schmerzgefühl überhaupt aussenden können. Dies liegt an den ausgeprägten und empfindlichen Nervensträngen, die jeder einzelne Zahn besitzt. Das zeigt sich schon an der Empfindlichkeit der Zähne gegenüber heisser bzw. kalter Nahrung bei deren Aufnahme in den Mund. Die Versorgung von Organen oder Körperteilen mit Nervenfasern bezeichnet man als Innervation. Bei einem Nerv (lat. Nervus) handelt es sich um ein Bündel von Nervenfasern (Zellfortsätze, Axone), das dem Informationsaustausch im menschlichen/tierischen Organismus dient. |
Der Nervus maxillaris ("Oberkiefernerv") ist für die sensible Innervation des vorderen Oberschädels zuständig. Der Nervus mandibularis ("Unterkiefernerv") versorgt sensibel die untere Gesichtsregion und die Zunge, mit motorischen Fasern steuert er die Kau- und Kehlgangsmuskulatur. |