Anatomie der Lippen
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Man unterscheidet Ober- (Labium superius) und Unterlippe (Labium inferius), die Unterlippe ist meist etwas größer. Die geschwungene Einbuchtung in der Mitte der Oberlippe wird Amorbogen, auch Kupidobogen oder Lippenherz, genannt. An den Innenseiten beider Lippen gibt es eine kleine Schleimhautfalte zur Mundschleimhaut, das Lippenbändchen (Frenulum labii superioris bzw. inferioris). Die fleischige Grundlage bildet der Musculus orbicularis oris. |
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Zwischen Amorbogen und Nase liegt das Philtrum, eine vertikale Vertiefung in Form einer „Rinne“, die unterschiedlich tief ausgeprägt sein kann. Das Philtrum stößt am oberen Ende an den Nasensteg (Columella, lat. „Säulchen“) und bildet mit diesem den nasolabialen Winkel, der eine durchschnittliche Weite von 90-95° bei Männern und 100-105° bei Frauen aufweist. Die Haut der Lippe ist beim Menschen mit drei bis fünf Zellschichten im Vergleich zu den bis zu 16 Zellschichten der übrigen Gesichtshaut sehr dünn. |
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Die Lippen sind durch ihre eigene Muskelgrundlage und angrenzende Muskeln des Gesichtes sehr beweglich und werden bei der Nahrungsaufnahme verwendet, um Speisen festzuhalten oder in den Mund hinein zu befördern. Zudem dienen die Lippen dazu, den Mund luftdicht zu verschließen und so Nahrung und Speichel im Inneren zu halten oder unerwünschte Objekte auszusperren. Durch Bilden eines schmalen Trichters mit den Lippen wird die Sogkraft des Mundes erhöht. Das ist unerlässlich bei der saugenden Nahrungsaufnahme. |
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Die Lippe weist viele Nervenenden auf und reagiert als Teil des Tastsinns sehr empfindlich auf Berührungen, Wärme und Kälte. Sie ist daher für Kleinkinder ein wichtiges Hilfsmittel zur Untersuchung unbekannter Gegenstände. Die Vielfältigkeit der vermittelten Sinneseindrücke zeigt sich auch beim Küssen. Die Lippen dienen zur Bildung verschiedener Laute - hauptsächlich den labialen, bilabialen und labiodentalen Phonen - und bilden dadurch einen wichtigen Teil des Sprachapparates des Menschen. |
Beim mimischen Ausdruck von Gefühlen nehmen die Lippen als sichtbare Umrandung des Mundes eine herausragende Stellung ein. Die Abbildung eines Lippenpaares ohne Gesicht genügt in vielen Fällen, um den Gesichtsausdruck eines Menschen zu erraten. Lippen werden oft als Symbol für Sinnlichkeit angesehen. Dies hat vielfältige Ursachen, unter anderem, dass sie als Tastorgane besonders empfindlich sind und sich angenehm weich anfühlen. Darüber hinaus sind sie ein Teil des Mundes und übernehmen so einige von dessen symbolischen Verbindungen.
Lippenkorrekturen sind Schönheitsoperationen und sollen den Körper des Patienten verschönern. Meist wird hierbei ein Fetttransfer vorgenommen, also Fett aus einem anderen Gewebe des Körpers entnommen und zur Umformung der Lippen verwendet; umgangssprachlich ist dieser Vorgang als „Lippen aufspritzen“ bekannt. Die schönheitssteigernde Wirkung ist umstritten, Umfragen legen häufig den Schluss nahe, dass natürlich geformte Lippen als schöner empfunden werden.
Die Rekonstruktive Chirurgie beseitigt natürliche Fehlbildungen wie Lippenspalten und durch andere Ursachen - etwa durch eine Tumorentfernung oder einen Unfall - entstandene Missgestaltungen.
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