Brustoperationen

Die weibliche Brust

Anatomie der Brust
Anatomie der weiblichen Brust

Die weibliche Brust gilt als Zeichen weiblicher Identität und erfüllt eine wichtige Aufgabe im Leben einer Frau. Doch gerade die gesellschaftliche Betonung der Brust stilisiert sie zu einem Symbol, was bei Abweichungen von der Idealvorstellung für betroffene Frauen grosse Probleme mit sich bringen kann. Die Gier nach einer ästhetisch schönen Brustform bleibt deswegen und wird immer wieder das ewige Wunsch der Frauen! Eine Brustvergrößerung verhilft Frauen mit einer zu kleinen oder erschlafften Brust zu der gewünschten Brustgröße und -form. Die Gründe für eine Brustvergrößerung sind vielfältig: Brüste, die von Natur aus nur wenig entwickelt sind, entsprechen nicht dem eigenen Schönheitsideal.

Viele Frauen wollen sich auch nicht damit abfinden, dass sich ihre Brustform verändert hat, wie das nach einer Schwangerschaft, nach starkem Gewichtsverlust oder einfach im Laufe der Zeit, der Fall ist. Mit einem Brustimplantat erhalten sie nicht nur die Figur, von der sie immer schon geträumt haben, sondern auch einen ganz neues Körper- und Selbstbewusstsein.

Anatomie

Die Brust besteht aus verschiedenen Geweben (Drüsengewebe, Fett, Nerven, Blutgefäße). Sie liegt auf dem großen Brustmuskel (m. pectoralis major) und ist von Haut bedeckt. Diese verschiedenen Gewebe verleihen der Brust ihre Weichheit, ihre Form und ihre Beweglichkeit und Festigkeit. Die weiblichen Brustdrüsen unterliegen den innersekretorischen Einflüssen der Eierstöcke. In der Pubertät und später vor jeder Menstruation schwellen die Brüste an. Der eigentliche Drüsenkörper ist mit Bindegewebe durchzogen und von mehr oder weniger großen Fettgewebsanteil durchsetzt.

Im Laufe des Lebens wird das Bindegewebe unelastischer und das eigentliche Drüsengewebe verliert insgesamt an Volumen. Der Fettkörper selbst kann entweder kleiner oder auch größer werden. Äußere und innere Einflüsse (Alterung, Atrophie, Schwangerschaften, Gewebezu- und -abnahme, genetische Faktoren) führen zu Veränderungen an der Brust, die in jungen Jahren meist voll und straff ist und im Laufe der Zeit schlaffer wird und infolge der Schwerkraft irgendwann "hängt".

Für weitere Informationen, sehen Sie sich die Anatomie der weiblichen Brust an.

Silikonimplantate

Silikonimplantate
In der Brustaugmentation verwendete Silikonimplantate

Silikon ist ein sehr stabiler, chemisch wenig reagierender Kunststoff. Die Hülle eines Implantates besteht immer aus festem Silikon. Als Füllmaterial stehen heute Silikongel, Kochsalzlösung oder Hydrogele zur Verfügung. Implantate mit Sojaöl als Füllmaterial sollen bei den heutigen Kenntnissen nicht mehr verwendet werden. Durch die Entwicklung außerordentlich gewebefreundlicher Implantate aus Silikon ist die Brustvergrößerung zum Routineeingriff geworden.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Größen und Formen dieser Implantate. Heute werden ausschließlich Implantate mit US- und EU-Zulassung der jeweiligen Gesundheitsministerien verwendet. Silikon kann im Körper nur dann problematisch werden, wenn es in das umliegende Gewebe austritt. Dies kann auch bei Brustimplantaten vorkommen. Je höher die Konsistenz des Silikons ist, desto weniger weit kann es sich verteilen. Silikongefüllte Implantate enthalten heute deshalb ein wesentlich dickflüssigeres Silikon als diejenigen in den 70er Jahren. Seit 1985 kommt zunehmend eine kaum mehr fliessfähige Gallerte zum Einsatz. Solche Implantate sind etwas weniger geschmeidig, dafür aber sicherer.

Die Operation

Brustaugmentation
Eine Abbildung einer Brustaugmentation

Je nach individuellen Erfordernissen kann das Implantat durch unterschiedliche Schnittlegung in Position gebracht werden, in der Regel erfolgt die Einführung des Implantates durch einen kleinen Schnitt:

  • in der Achselhöhle (axilläre Zugang; über die Achsel)
  • unter dem Busen in der Brustfalte (inframammäre Zugang)
  • am Rand des Warzenhofes (periareoläre Zugang)

Das Implantat wird je nach Bedarf unter den Brustmuskel oder unter die Brustdrüse eingeführt.

Die Größe und die Art des Implantates, sowie der Schnitt durch den es eingeführt wird, werden im ersten Gespräch mit dem Arzt abgestimmt. Bei anatomisch geformten Implantaten ist die richtige Ausrichtung des Implantats (flacher Pol oben, dicker Pol unten) besonders wichtig. Nach Einbringen des Implantats kann eventuell noch ein kleiner Drainageschlauch eingelegt werden, über den am ersten Tag Wundsekret abfließen kann. Dann erfolgt die Wundnaht.

Eine solche Operation dauert ein bis zwei Stunden. Auftretende Probleme, Risiken:

Auch bei fachtechnisch korrekt ausgeführten Operationen kann es zu Komplikationen und schwierigen Verläufen kommen. Es können beispielsweise Blutungen, Infekte, Wundheilungsstörungen, Verschiebungen des Implantates, Gefühlsstörungen der Brusthaut und der Brustwarzen oder störende Narben auftreten. Kreislaufunregelmäßigkeiten (Schwindelgefühl und Übelkeit) sind viel häufiger als "echte" Komplikationen wie vorher beschrieben. Jedoch eine professionelle Betreuung in den ersten Stunden nach der Operation ist von entscheidender Bedeutung und dient Ihrer Sicherheit.Nach der Operation müssen Sie noch für einige Wochen einen Stütz- oder Sport-BH tragen, damit sich die Brüste an die neue Form anpassen und "gewöhnen" können. In dieser Zeit ist ein Spannungsgefühl und manchmal leicht Schmerzen nicht zu vermeiden. Die Narben können nach dem Ziehen der Fäden mit einer Feuchtigkeitscreme eingerieben werden. Ansonsten bringt aber vor allem Ruhe (kein Sport, wenig körperliche Aktivität) einen guten und problemlosen Heilungsverlauf und unauffällige Narben.

Brustvergrösserung

Kleine unterentwickelte Brust (Hypotrophe mammae)

Brustimplantation
Brustvergrösserung von unterentwickelten Brüsten

Therapie: Augmentationsplastik mit Implantat Die Vergrößerung der unterentwickelten Brust wird mit Hilfe von Implantaten durchgeführt und ist eine der Standardoperationen in der kosmetischen Chirurgie geworden. Die Implantate werden wie im Kapitel 4. beschrieben eingesetzt. Der Schnitt wird kosmetisch vernäht, die Narbe ist nach einiger Zeit nicht oder kaum noch sichtbar. Die Brust selbst bleibt von Narben völlig frei. Die Stillfähigkeit bleibt erhalten, desgleichen auch die gewünschte Form, Größe und Festigkeit.

Alle Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen, wie Mammographie etc. bleiben bestehen, da das Implantat auf dem oder unter dem Brustmuskel liegt und in keinem direktem Zusammenhang mit der Brustdrüse steht. Das Implantat hat nachgewiesenermaßen keinerlei Einfluß auf die Gesundheit der Trägerin. Knotenförmige Veränderungen im Brustkörper können rechtzeitig und häufig auch besser ertastet werden. Das Gefühl der Brust bleibt vollkommen erhalten. Bei kleinen erschlafften Brüsten wird durch das Implantat eine Auffüllung und damit indirekt eine Straffung der Brust erzielt. Der Klinikaufenthalt bei einer Augmentationsplastik beträgt 1-2 Tage. Die Fäden werden nach ca. 10-14 Tagen entfernt. Sie sollten während der ersten drei Wochen nach der Operation schwere körperlich Aktivitäten vermeiden, um den Heilungsprozeß zu unterstützen.

Erschlaffte Brust

Erschlaffte Brust
Brustvergrösserung von erschlafften (hängenden) Brüsten

Therapie: Straffung Bei einer stark hängenden Brust ist zusätzlich eine Straffungsoperation notwendig. Dabei wird der Hautmantel vor dem Einsetzen des Implantats verkleinert. Diese Brustform ist entweder ererbt, entsteht nach dem Stillen oder auch nach starkem Gewichtsverlust. Zur Wiederherstellung einer normalen Brust ist eine Bruststraffung unumgänglich. Bei diesem Eingriff wird die überschüssige Haut entfernt und die Brust neu geformt.

Die notwendigen Schnitte liegen versteckt im pigmentierten Teil der Brustwarze, senkrecht nach unten und eventuell, je nach Form der Brust, in der Brustumschlagsfalte. Durch kosmetische Nahttechniken, bei welchen die Fäden unter der Haut liegen, heilen die Narben in der Regel so schön, daß sie nach einiger Zeit so gut wie nicht mehr sichtbar sind. Sollte zu wenig Eigengewebe vorhanden sein, so kann unter Umständen ein Implantat mit eingesetzt werden, um die Brust voller und formschöner zu gestalten. Der Klinikaufenthalt beläuft sich auf ca. zwei Tage. Die Fäden werden nach ca. 14 Tagen entfernt.

Brustverkleinerung

Grosse überentwickelte Brust (Hypertrophe mammae)

Grosse Brust
Brustverkleinerung von übergrossen Brüsten

Therapie: Reduktionsplastik Zu große Brüste und hängende Brüste sind in vielen Fällen nicht nur ein ästhetisches Problem. Besonders bei Frauen mit zartem Körperbau können sie auch durch die einseitige Belastung der Wirbelsäule zu starken Rücken- und Schulterschmerzen führen. Nicht selten werden große Brüste als seelische Belastung empfunden. Für Frauen, die darunter leiden und sich eventuell noch zusätzlich in ihren körperlichen Aktivitäten eingeschränkt fühlen, kommt eine Brustverkleinerung (Reduktions-Mammaplastik) in Betracht. Auch eine weitgehende Erschlaffung des Brustgewebes kann als so belastend empfunden werden, daß eine Straffungsoperation angezeigt ist.

Vor einer Verkleinerungsoperation sollte versucht werden, das allgemeine Körpergewicht zu optimieren, da eine stärkere Gewichtsabnahme nach einer Brustkorrektur zwangsläufig zu einer erneuten Erschlaffung der Brüste führen würde.

Die Brüste werden vor der Verkleinerung vermessen und die geplante Schnittführung wird auf die Haut aufgezeichnet. Entsprechend diesem Plan wird in Allgemeinnarkose ein Teil der äußeren Haut, wenn nötig auch des Unterhautfettgewebes entfernt.

Grosse Brust Operation
Schnittführung bei einer Brustverkleinerung von übergrossen Brüsten

Da bei großen, hängenden Brüsten stets auch die Brustwarzen mit nach unten gesunken sind, müssen sie bei der Verkleinerungsoperation wieder in ihre ursprüngliche Höhe rückverlagert werden. Ziel des Eingriffs ist, daß die Einheit von Drüsenkörper und Brustwarze erhalten bleibt und die Stillfähigkeit nicht beeinträchtigt wird. Die Gefühlsempfindlichkeit sollte bei jeder Methode der Verkleinerung erhalten bleiben.

Die Schnittführung bei dieser Operation entspricht der einer Bruststraffung. Hierbei wird nicht nur die überschüssige Haut entfernt, sondern gleichzeitig auch entsprechende Mengen von Fett-, Binde- und Brustdrüsengewebe excidiert.

Normalerweise wird dabei die Brustwarze auf ihrer Unterlage belassen und nur entsprechend der verkleinerten Brust versetzt. Der Klinikaufenthalt beträgt bis max. drei-fünf Tage. Die Fäden werden nach ca. 14 Tagen entfernt.