Die Narkose
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Die Narkose oder auch Allgemeinanästhesie ist ein medikamentös herbeigeführter, kontrollierter Zustand der Bewusstlosigkeit, dem nach Bedarf Schmerzausschaltung und Muskelerschlaffung beigefügt werden. Die Narkose ermöglicht die Durchführung von besonders schmerzhaften oder anderweitig nicht vom Patienten tolerierten Prozeduren in der Human- und Veterinärmedizin. Eine wissenschaftliche Beschreibung der Narkose lautet "pharmakologisch induziertes, reversibles Koma" - eine für Laien eher beunruhigende Beschreibung. . Die Narkoselehre ist ein Teilgebiet der Anästhesiologie. |
Die Durchführung einer Narkose ist bei verschiedenen medizinischen Eingriffen vorteilhaft:
- Narkosen ermöglichen erst bestimmte medizinische Eingriffe. So sind schon mittlere Eingriffe in der Bauchhöhle kaum durchführbar ohne völlige Muskelerschlaffung - ein Zustand, der sich nur unter Narkose oder rückenmarksnaher Regionalanästhesie realisieren lässt.
- Narkosen reduzieren das Risiko chirurgischer Eingriffe. Zur Frage nach dem Narkoserisiko gehört die Kenntnis, wie die Narkose ihrerseits das Risiko einer Behandlungsmaßnahme vermindert. Im Rahmen operativer Eingriffe müssen die Folgen des sog. Operationstraumas vom Anästhesisten behandelt werden. Aber auch schon durch Stressvermeidung kann die Narkose langfristige Gefährdungen des Patienten unterbinden. So führen beispielsweise stressbedingte Schädigungen atherosklerotischer Plaques durch Blutdruckanstiege auch Monate bis Jahre später zu Infarkten, Embolien und Schlaganfällen. Derartige desaströse Folgen einer OP können durch Narkose vermieden werden.
Die Pflichten des Patienten
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Wie alle medizinischen Prozesse erfordert die Narkose nicht nur vom Arzt, sondern auch vom Patienten aktives Vorgehen.
Die Vorgehensweise muss in jedem Fall mit dem Anästhesisten abgesprochen werden. Dazu dient das Prämedikationsgespräch in der Praxis des niedergelassenen Anästhesisten oder in Krankenhäusern in einer speziellen "Prämedikationsambulanz". Der Patient erfährt hier vom Narkosearzt alles Wichtige zur bevorstehenden Narkose und erhält Antworten auf alle seine Fragen. |
Der Arzt beurteilt die Narkosefähigkeit und das Narkoserisiko. Gemeinsam mit dem Patienten wird die geeignete Narkoseart gewählt. Der Patient wird ausführlich über die Risiken der Narkose aufgeklärt und unterschreibt eine Einverständniserklärung.
Um den sicheren Verlauf von Narkosen bei planbaren Operationen zu gewährleisten, ist auf einen leeren Magen zu achten, um Aspirationen (das Eindringen von Mageninhalt in die Atemwege) zu vermeiden (siehe unten im Abschnitt Komplikationen). Sollte die Magenentleerung nicht durch besondere Erkrankungen gestört sein oder sprechen nicht andere Gründe dagegen, kann entsprechend aktueller Leitlinien folgendes Vorgehen empfohlen werden:
Es ist erlaubt, bis 6 Stunden vor der Operationen eine Kleinigkeit zu essen (z. B. eine Scheibe Weißbrot). Nach dieser Frist kann man davon ausgehen, dass die Nahrung den Magen und den oberen Darmtrakt verlassen hat.
Bis zu 2 Stunden vor der Narkose können geringe Mengen (150-200 ml) einer klaren Flüssigkeit getrunken werden. Dazu gehören z. B. klarer Apfelsaft oder Früchtetee, der etwas gezuckert sein kann. Es gibt auch geeignete industriell vorgefertigte Produkte. Auf keinen Fall dürfen in diesem Zeitraum trübe Flüssigkeiten oder gar Milch eingenommen werden. Diese Getränke, bei denen es sich um Emulsionen handelt, unterliegen den Regeln für feste Nahrung (6-Stunden-Regel siehe oben).
6 Stunden vor der Operation muss auch das Rauchen unterlassen werden, da dadurch in besonderem Maße die Magensäureproduktion angeregt wird. Das bedeutet: nach einer Zigarette gilt der Magen nicht mehr als leer, er ist mit stark saurem Magensaft gefüllt. Die Rolle des Rauchens wird jedoch kontrovers beurteilt. Für das Kaugummikauen gilt ebenfalls eine 6-Stunden-Verbotsregel.
Die Arbeit des Anästhesisten
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Der Anästhesist versetzt den Patienten durch Dämpfung oder Unterdrückung von Bewusstsein und Schmerzempfindung in einen Zustand, in dem höchst traumatische Prozeduren ohne Schaden toleriert werden können. Die natürliche Atmung ist dabei sowohl durch den Eingriff aber oft auch durch die Narkose selbst beeinträchtigt. Der Anästhesist hat somit für eine ausreichende Atmung (d. h. Sauerstoffversorgung) des Patienten zu sorgen. |
So muss er ständig die Atmung des betäubten Patienten überwachen, die Atemwege offenhalten (siehe Abschnitt Sicherung der Atemwege) und ggf. für Beatmung sorgen.
Für die Durchführung der Narkose benötigt der Anästhesist technische Hilfsmittel. Mit einem Narkosegerät (Abb.) kann er den Patienten beatmen und neben Sauerstoff auch gasförmige und verdampfbare Narkosemittel (siehe Abschnitt Narkotika) zuführen. Injizierbare Narkosemittel werden oft mit speziellen programmierbaren Spritzenpumpen verabreicht.
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Die Ziele der Narkose sind durch drei Eigenschaften gekennzeichnet:
- Bewusstseinsverlust (Hypnose), hiermit wird psychischer Stress während einer Operation vermieden.
- Schmerzausschaltung (Analgesie)
- Muskelentspannung (Relaxation) macht verschiedene Operationen technisch erst möglich. So sind große Bauch-Operationen (zum Beispiel an Darm und Magen) erst unter Muskelentspannung möglich geworden, die aber nicht bei allen Eingriffen notwendig ist.
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Narkosestadien
- Einleitung
Phase, in der die zur Narkose verwendeten Medikamente im Organismus eine zu ihrer Wirkung ausreichende Konzentration erst erreichen müssen. Es kommt in der Einleitungsphase zu umfangreichen Umverteilungsvorgängen zwischen Kompartimenten des Organismus. Entscheidend ist die Konzentration am Wirkort (hier Gehirn). In diesem Zeitraum ist eine andere medizinische Intervention (beispielsweise OP) nicht möglich.
- Unterhaltung
Die Medikamente haben eine ausreichende Konzentration im Gehirn erreicht. Konzentration und damit Wirkung ermöglichen die medizinische Intervention (zum Beispiel die OP). In dieser Phase wird die Medikamentenzufuhr dem wechselnden Bedarf angepasst. Die Notwendigkeit dazu kann sich mit dem Fortschreiten der Operation ergeben, da die Regionen der Intervention unterschiedlich schmerzempfindlich sind.
- Ausleitung
Nach Beendigung der Intervention werden die Narkosemittel aus dem Organismus eliminiert.
Die Methoden der Anästhesie
Zwei Methodengruppen werden unterschieden:
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Allgemeinanästhesie (Narkose) führt zu Hypnose (Schlaf), Analgesie (Schmerzfreiheit) und Muskelrelaxation (Muskelentspannung). Die wichtigste Eigenschaft der Narkose ist die Herbeiführung eines künstlichen "Schlafes" (wissenschaftlich gesehen handelt es sich eigentlich um einen Komazustand). Auf die Muskelrelaxation wird häufig verzichtet. Selbst die Schmerzausschaltung ist in Abhängigkeit vom Eingriff gelegentlich nicht notwendig. Trotzdem trägt das Verfahren, auch wenn nur "Schlaf" herbeigeführt werden sollte, die Bezeichnung Narkose, weil mit dem Schlaf Reflexe eingeschränkt werden. Die Narkose führt zu einer erwünschten Reflexdämpfung. |
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Lokalanästhesie ist eine Form der Anästhesie. Sie bewirkt durch gezeielte Applikation von Betäubungsmitteln die zeitweilige, umkehrbare Funktionshemmung von ausgewählten Nerven und führt dabei zu Empfindungslosigkeit, Schmerzfreiheit und Hemmung der aktiven Beweglichkeit in Teilen des Körpers. Die Lokalanästhesie ermöglicht, als Alternative zur Narkose, unangenehme (zum Beispiel schmerzhafte) medizinische Prozeduren, wie Operationen und verschiedene Untersuchungen. |
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